In englischen Katalogen: HORNBY LE120
Französische P.O. von HORNBY, 1931
Vorbild 2 D 2 der Paris-Orléans um 1926
HORNBY LE120 in hellem Grün
Vermeintliches Vorbild: Ae 3/6I der SBB
Die Loknummer 10655 bei SBB und HORNBY
Der Gegenspieler aus Göppingen, die RS66/12910, 1932
HORNBY LE220, 1932 „typical electric locomotive“ ?!
HORNBY METROPOLITAN, seit 1925.

Hornby Spur 0 für die Schweiz, Made by Meccano Ltd Liverpool

Ein Amerikaner redet von „Lionel“, ein Deutscher meint dazu „Märklin“, ein Schweizer spricht von „BUCO“ und für einen Engländer ist es einfach „HORNBY“. Häufig meinen aber alle das Gleiche, nämlich eine Kindheitserinnerung an eine elektrische Eisenbahn. So sind diverse Markennamen in verschiedenen Ländern (fast) zu Sachbezeichnungen geworden.

Viele dieser Hersteller haben aber natürlich auch, manchmal mehr und manchmal weniger erfolgreich, Fahrzeuge für den Export in andere Länder produziert.

 

Teil 2 Hornby SBB Elektrolokomotiven

April 23, 2017

 

Im englischen Hornby Katalog wird eine LE120 als „modelled on the type in use on the Swiss Federal Railways “ angeboten. Sie ist erhältlich in Grün (hell oder dunkel), in Rot (je mit beigem Dach), in Blau mit goldenem Dach und in Beige mit rotem Dach. Das klingt eher nach buntem Spielzeug, denn die SBB waren zu diesem Zeitpunkt im Begriff die ursprünglich braunen Loks dunkelgrün zu lackieren.

Die LE120 ist hervorgegangen aus der für Frankreich produzierten P.O.-Lok (Paris-Orléans). Dort war dieses Modell recht populär und wurde über viele Jahre, und ebenfalls in diversen Farben, angeboten; später auch noch als SNCF. Das Vorbild war die wuchtige 2 D 2 Maschine mit beidseitigen Buchli-Antrieben der P.O., gebaut 1925 bei BBC/SLM in der Schweiz. Die geschickt gestalteten Blenden und Luftzylinder kaschieren die einzigen zwei Achsen derart, dass ein recht harmonischer Eindruck entsteht, obwohl die Reduktion von 8 auf nur 2 Achsen mit einer sehr massiven Verkürzung einhergeht.

Für den Export in die Schweiz hat man die erwähnten Blenden und Luftzylinder einfach weggelassen und dafür Führerstandstreppen von Dampfloks montiert (siehe Bilder rechts) sowie die Loknummer "10655" einer SBB Elok Ae 3/6I angebracht. Damit sollte wohl ein Bezug zu einem SBB-Vorbild geschaffen werden. Obwohl die Silhouette eine gewisse Ähnlichkeit zur besagten Lok zeigt, wirkt diese Lok ohne Blenden doch recht dürftig.

War Liverpool damit gerüstet um den Kampf gegen Göppingen aufzunehmen?

Ein Preisvergleich ist leider nicht möglich, da bisher keine Katalogangaben für HORNBY in der Schweiz vorliegen.

Es kommt noch grotesker: Als „typical electric locomotive“ wurde die LE220 angepriesen. Sie war ebenfalls in einer Reihe von Phantasie-Farbkombinationen erhältlich. Dieses Fahrzeug ist auf analoge Art und Weise wie die vorangehende Lok (LE120) entstanden und hat auch die gleiche Lokummer erhalten: 10655. Als Basis diente hier die berühmte Lok der METROPOLITAN LINE in London. Das vierachsige Vorbild war damals eine der ganz wenigen elektrischen Lokomotiven im Inselreich.

Bunt und ohne Schürzen, dafür mit zwei Pantographen versehen, vermochte die LE220 nicht zu überzeugen, weder in England noch im Export. Genau wie die LE120 wurde auch sie immer günstiger angeboten und schliesslich aus dem Sortiment gestrichen. Der Autor hat in der Schweiz bis heute noch kein einziges Exemplar zu Gesicht bekommen.

 

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Quellen

  • Bernhard Huntigton, ALONG HORNBY LINES, Oxford publishing Co, Oxford, 1976.
  • Peter Randall, THE PRODUCTS OF BINNS ROAD, a generalsurvey, The Hornby Companion Series, New Cavendish Books, London, 1977.
  • Chris and Julie Graebe, THE HORNBY GAUGE 0 SYSTEM, The Hornby Companion Series, Vol. 5, New Cavendish Books, London, 1985.
  • Confédération Suisse, BureauFédéral de la PropriétéeIntelectuelle, Brevet Suisse No. 157 977, 1933. (Frank HORNBY, Liverpool, Grande Bretagne, Attelageautomatiquepourvéhiculessurrails, principalemetpourchemin de ferjouets).

(HUG, 2017)

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